Eizellendiagnostik (PGD)

PGD oder Genetische Präimplantationsdiagnostik wird Paaren angeboten, bei denen bei der Frau und/oder beim Mann eine schwere Erbkrankheit nachgewiesen wurde, oder bei denen das Risiko nachgewiesen wurde, ein Kind mit einer schweren Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung zu bekommen. Zweck einer PGD-Behandlung ist somit, das Risiko, ein Kind mit einer schweren Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung zu bekommen, zu vermindern.

WIR EMPFEHLEN PGD, WENN:

  • Sie und/oder Ihr/e Partner/in Träger einer schweren Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung sind oder daran leiden
  • Sie frühere Schwangerschaften aufgrund einer schweren Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung beim Fötus abgebrochen haben
  • Sie ein Kind mit einer schweren Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung haben.
WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN PGD UND PGS?
Tysk_PGS vs. PGD
SO FÜHREN WIR PGD DURCH

Nach Entnahme und Befruchten der Eizellen werden Ihre Eizellen 5-6 Tage im Labor kultiviert bis sie das Blastozystenstadium erreichen. Anschließend nehmen wir an jeder Eizelle (Blastozyste) eine Biopsie vor, indem wir ca. 5 Zellen von dem Teil der Eizelle entnehmen, der später zum Mutterkuchen wird. Die Blastozystenentwicklung ist eine Voraussetzung, um die Biopsie vornehmen zu können, da es ansonsten nicht möglich ist, den Unterschied zwischen der inneren Zellmasse (die später zum Fötus wird) und der äußeren Zellmasse (die später zum Mutterkuchen wird) zu sehen.

Tysk_Biopsi

Nachdem wir die Biopsie vorgenommen haben, wird die Eizelle eingefroren, und die entnommenen Zellen können nun genau auf die Erbkrankheit oder die Chromosomenveränderung untersucht werden, deren Träger Sie oder Ihr/e Partner/in sind. Daher kommt der Name Genetische Präimplantationsdiagnostik (PGD).

Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe des Genetiklabors CooperGenomics, England. Mit Hilfe von CooperGenomics identifizieren wir die Eizellen, die sich zu einem kranken Fötus entwickeln würden und sortieren diese aus und verwenden somit nur die Eizellen, bei denen nachgewiesen ist, dass sie im Hinblick auf die betreffende Krankheit gesund sind.

KÖNNEN MEINE EIZELLEN DURCH EINFRIEREN UND AUFTAUEN ZU SCHADEN KOMMEN?

Blastozysten sind äußerst gefriertauglich und sterben daher selten durch Einfrieren oder Auftauen ab. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei einer Behandlung mit aufgetauten Blastozysten nahezu dieselbe wie bei der Anwendung frischer Blastozysten (siehe unsere Ergebnisse hier).

VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE BEHANDLUNG MIT PGD

MIKROINSEMINATION (ICSI)

PGD kann nur in Kombination mit einer Mikroinsemination (ICSI) erfolgen. Die Mikroinsemination unterscheidet sich von der gewöhnlichen IVF-Behandlung durch die Art der Befruchtung der Eizellen. Bei der gewöhnlichen IVF-Behandlung werden die Eizelle und das Sperma zusammengebracht, und die einzelne Samenzelle muss selbst ihren Weg in die Eizelle finden. Bei der Mikroinsemination wird eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle gespritzt. Nur durch diese Methode können wir ganz sicher sein, dass die Biopsie der befruchteten Eizelle kein Erbmaterial von anderen Samenzellen als genau derjenigen, die die Eizelle befruchtet hat, enthält.

MEHR EIZELLEN ALS BEI EINER GEWÖHNLICHEN IVF

Bei einer normalen IVF-Behandlung werden durchschnittlich 8-9 Eizellen entnommen. Wenn man eine Behandlung mit PGD plant, ist es jedoch von Vorteil, wenn etwas mehr Eizellen entnommen werden. Grund dafür ist einerseits, dass das Ergebnis der Chromosomenuntersuchung bei ca. 5 % aller Eizellen inkonklusiv sein wird, und andererseits werden mehr Eizellen als normal aussortiert, weil sie Träger der Erbkrankheit oder Chromosomenveränderung sind, auf die sie untersucht werden.

WIE GROSS IST DIE ERFAHRUNG, DIE MAN MIT PGD HAT?

Die PGD-Methode wird in Dänemark seit fast 20 Jahren praktiziert. Außer der Aagaard Fertilitetsklinik bieten auch das Aalborg Universitetshospital und das Rigshospitalet eine Behandlung mit PGD an. Johnny Hindkjær, Laborchef der Aagaard Fertilitetsklinik, hat an der Entwicklung und Zulassung der Methode in Dänemark mitgewirkt und hat somit große Erfahrung in Bezug auf PGD-Behandlung. Er ist ausgebildeter Biologe und Chemiker und hat 20 Jahre Erfahrung als Laborleiter in der Fertilitetsklinikken, Aarhus Universitetshospital. Neben Johnny Hindkjær gehören Chefarzt Jørn Aagaard, die klinische Embryologin Malene Høeg und Professor und Oberarzt Dr.med. Jens Michael Hertz zu unserem PGD- und PGS-Team

WIE SICHER IST DIE METHODE?

Wie haben mit der PGD-Methode große Erfahrung, daher ist die Behandlungsform äußerst sicher. Faktisch beträgt das Risiko, dass der Fötus trotz einer PGD-Behandlung Träger der betreffenden Erbkrankheit wäre, nur 1 %. Wir empfehlen jedoch stets, dass Sie ab der 11. Schwangerschaftswoche eine Mutterkuchenbiopsie vornehmen lassen.